8. Juli 2023 / Aus aller Welt

Erstmals Nachwuchs bei Sibirischen Tigern im Serengeti-Park

Der Sibirische Tiger gilt als größte lebende Katze der Erde - aber auch als stark gefährdet. Nun ist dem Tierpark in Hodenhagen ein Zuchterfolg gelungen.

Die Sibirische Tigerdame Anastasia (6) spielt mit ihren beiden knapp drei Monate alten Jungtieren im Serengeti-Park.

Im Serengeti Park in Hodenhagen in der Südheide gibt es erstmals Nachwuchs bei den Sibirischen Tigern. Am 19. April brachte die sechs Jahre alte Tigerdame Anastasia zwei Jungtiere zur Welt. Vater der beiden ist der vierjährige Kater Nanu. Der Sibirische Tiger gilt als größte lebende Katze der Erde und ist auf der Roten Liste bedrohter Tierarten als stark gefährdet eingestuft.

«Um diese einzigartige Katze zu retten, sind wir mit unseren Tieren Teil des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms EEP. Wir sind daher besonders stolz auf unseren ersten und großartigen Zuchterfolg der Sibirischen Tiger», sagt Fabrizio Sepe, Inhaber und Geschäftsführer des Parks.

Anastasia und Nanu leben seit 2020 in Hodenhagen. Da es Anastasias erster Wurf ist, herrschte zunächst eine gewisse Anspannung. «In den ersten Wochen hat nur ein ganz kleiner Kreis unseres Teams das Tigerhaus betreten und auch nur, um die nötigsten Arbeiten zu verrichten», berichtet der Leiter des Raubkatzenreviers, Marcel Müller. «Jede unnötige Aufregung für die junge Mutter sollte vermieden werden, da wir noch nicht einschätzen konnten, wie gut sie sich um ihre Jungtiere kümmert.» Inzwischen sei man erleichtert: «Anastasia ist eine liebevolle und beschützende Mutter, die ihre beiden Kleinen gut umsorgt.»

Zwei junge Kater

Beide Jungtiere sind gut entwickelt und agil. Nach dem letzten Check ist klar, dass es zwei Kater sind. Ausgewachsen können diese bis zu 300 Kilogramm schwer werden. Das Bruderpaar ist jetzt rund zweieinhalb Monate alt und damit fit genug, die Außenanlage zu erkunden.

Im Gegensatz zu seinen tropischen Verwandten bewohnt diese Tigerart kalte Klimate. Ursprünglich lebten die Tiger in einem riesigen Gebiet im Amur-Becken und angrenzenden Regionen zwischen dem Baikalsee im Westen und dem Japanischen Meer im Osten. Das heutige Verbreitungsgebiet ist durch die Einflussnahme des Menschen nur noch etwa 200.000 Quadratkilometer groß. Die letzten Sibirischen Tiger gibt es nur noch im Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas. Massive Bejagung der Tiger und die Zerstörung ihres Lebensraumes minimierten die Population in den 1940er Jahren auf etwa 30 bis 40 Individuen. Durch intensive Schutzmaßnahmen ist es gelungen, den Wildbestand inzwischen auf etwa 500 Tiere zu erhöhen, wie es in einer Mitteilung des Parks hieß.


Bildnachweis: © Philipp Schulze/dpa
Copyright 2023, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Brückeneinsturz in Dresden - Desaster mit glimpflichem Ende
Aus aller Welt

Ein Teil der Carolabrücke in Dresden stürzt in der Nacht in die Elbe. Eine wichtige Verkehrsader ist unpassierbar. Die Stadt entgeht knapp einer Katastrophe. Wie konnte das passieren?

weiterlesen...
Umgestaltung der Harderstraße
Aktuelles aus der Region 10

Nächster Bauabschnitt beginnt, Vollsperrung ab Mittwoch

weiterlesen...
Nacht der Museen am 7. September
Aktuelles aus der Region 10

Programm zur Nacht der Museen

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Vorsichtiges Aufatmen an Elbe - Aufräumen in Flutgebieten
Aus aller Welt

Die Pegelstände an der Elbe in Sachsen gehen langsam zurück. Im polnischen Breslau ist das Schlimmste noch nicht überstanden. Ein Überblick.

weiterlesen...
Mode in Mailand: Von Superheldinnen bis Blütenpracht
Aus aller Welt

Wie wird die Damenmode in der Saison Frühjahr/Sommer 2025? Bei der Mailänder Fashion Week gibt es einen Vorgeschmack. Teils erinnern die Frauen auf dem Laufsteg an Heldinnen aus Comics.

weiterlesen...
Tod in der Toskana - Zwei deutsche Schülerinnen überfahren
Aus aller Welt

Ein gewöhnlicher Abend nach der Hauptsaison in einem Strandbad am Mittelmeer. Plötzlich rast ein Auto in die Fußgänger: Zwei Teenager sterben. Auf die Frage nach dem Warum gibt es noch keine Antwort.

weiterlesen...